Licht & Spektrum: Was bedeutet Lumen, warum gibt es Indoor Blau/Rot/Violett statt Sonne & bringt Licht von unten wirklich etwas?

Wer sich zum ersten Mal eine Grow-Lampe anschaut, stolpert sofort über drei große Fragen: Was bedeutet eigentlich die Angabe Lumen auf einer Lampe – und warum rechnen Pflanzenphysiologen stattdessen in PPFD (µmol/m²/s)? Warum gab und gibt es im Indoor-Anbau blaue, rote oder violett leuchtende Lampen („Blurple“), während draußen in der Natur doch einfach nur eine einzige Sonne scheint? Und was ist dran am aktuellen Trend, Lampen von unten in die Pflanze leuchten zu lassen (Under-Canopy Lighting)? Hier klären wir die Physik und Pflanzenbiologie hinter dem Licht – nach Flos Grundsatz: „Kapier die Natur, dann kopier die Natur.“
1. Was bedeutet Lumen (und Lux) – und warum ist es für Pflanzen die falsche Messgröße?

Auf fast jeder normalen Zimmerlampe, Taschenlampe oder älteren Pflanzenlampe steht groß ein Wert in Lumen (lm) oder Lux (lx = Lumen pro Quadratmeter). Doch wer eine Pflanzenlampe nach Lumen kauft, tappt in eine physikalische Falle:[1][3] gut belegt
- Lumen ist eine Einheit für das menschliche Auge (Photometrie): Unsere Netzhaut besitzt drei Zapfentypen für das Tagsehen (photopisches Sehen, beschrieben durch die sogenannte V(λ)-Hellempfindlichkeitskurve). Das menschliche Auge ist bei 555 nm (Grün-Gelb) maximal empfindlich, sieht aber tiefblaues Licht (430 nm) und tiefrotes Licht (660 nm) als vermeintlich „dunkel“ und ist für Dunkelrot (Far-Red, 700–750 nm) fast blind.[3][4]
- Wie eine Pflanze Licht „sieht“ (McCree-Kurve & Photorezeptoren): Eine Pflanze hat keine Augen, sondern betreibt Photosynthese nach dem Stark-Einstein-Gesetz der Photochemie: Jedes absorbierte Lichtteilchen (Photon) im photosynthetisch aktiven Bereich regt ein Elektron an – unabhängig davon, wie „hell“ dieses Photon für uns Menschen aussieht![1][3]
- In seiner berühmten Grundlagenarbeit vermaß Keith J. McCree (1972, Agricultural Meteorology) das Aktionsspektrum der Photosynthese an Kulturpflanzen: Während isoliertes Chlorophyll a und b seine stärksten Absorptionsgipfel im Blauen (430–450 nm) und Roten (640–660 nm) hat, nutzen ganze Blätter über Hilfspigmente (Carotinoide wie β-Carotin und Lutein) sowie durch Streuung im Blattgewebe das gesamte Wellenlängenfenster von 400 bis 700 nm (PAR) – und zusammen mit langwelligem Dunkelrot sogar bis 750 nm (ePAR).[1][4]
Eine grüngelbe Straßenlaterne hat enorm viele Lumen, lässt eine Pflanze aber verhungern, weil die wichtigsten blauen und tiefroten Photonen fehlen. Umgekehrt wirkt eine Lampe mit vielen 660-nm-Tiefrot-Dioden für unser Auge überraschend gedämpft (weniger Lumen), liefert den Chloroplasten aber maximale Photosynthese-Energie![1][3]
Alle wichtigen Licht-Kennzahlen im Vergleich (von Lumen bis PPFD & DLI)
| Messgröße (Einheit) | Was wird genau gemessen? | Bedeutung & Zielwerte für Cannabis sativa |
|---|---|---|
| Lumen (lm) & Lux (lx = lm/m²) | Mit der menschlichen Augenkurve V(λ) (Peak bei 555 nm Grün-Gelb) gewichteter Lichtstrom bzw. Beleuchtungsstärke. | Für Pflanzen ungeeignet: Unterschätzt blaues (450 nm) und tiefrotes (660 nm) Licht massiv und ignoriert Dunkelrot (730 nm) komplett.[1][3] |
| PAR & ePAR (nm-Wellenlängenfenster) |
PAR (400–700 nm): Klassische photosynthetisch aktive Strahlung.[1] ePAR (400–750 nm): Erweiterter Bereich inkl. Far-Red (Dunkelrot), das nach Zhen & Bugbee (2020) synergistisch die Photosynthese antreibt.[4] |
Beschreibt das Spektralfenster (welche Farben die Pflanze nutzt), ist aber noch keine Mengen-Einheit. |
| PPF (µmol/s) |
Photosynthetic Photon Flux: Gesamtzahl der PAR-Photonen (in Mikromol, $1 ext{ µmol} = 6{,}022 imes 10^{17}$ Photonen), die eine Lampe pro Sekunde insgesamt abstrahlt.[3] | Verrät die Gesamtstärke einer Lampe, sagt aber noch nicht, wie viel davon pro Quadratmeter auf den Blättern ankommt. |
| PPFD (µmol·m⁻²·s⁻¹) |
Photosynthetic Photon Flux Density: Anzahl der PAR-Photonen, die pro Sekunde tatsächlich auf 1 m² Blätterdach auftreffen.[3][5] | Wichtigster Zielwert im Grow (ohne Zusatz-CO₂): • Keimlinge & Stecklinge: 150–300 µmol·m⁻²·s⁻¹ • Wachstumsphase (Vegi): 400–600 µmol·m⁻²·s⁻¹ • Blütephase: 700–1.000 µmol·m⁻²·s⁻¹ (Über ~1.000–1.200 µmol·m⁻²·s⁻¹ droht ohne Begasung Lichtsättigung & Photoinhibition / Lichtbleiche!)[5][7] |
| DLI (mol·m⁻²·d⁻¹) |
Daily Light Integral: Die gesamte Tagesdosis an Photonen pro m² ($ ext{DLI} = ext{PPFD} imes ext{Lichtstunden} imes 0{,}0036$).[3][5] | Erklärt, warum 600 PPFD bei 18 Stunden Licht (Vegi/Autoflower = 38,9 mol/m²/Tag) fast dieselbe Tagesenergie liefern wie 900 PPFD bei 12 Stunden Blüte (38,9 mol/m²/Tag)! |
| System-Effizienz (PPE) (µmol/J) |
Wie viele Mikromol Photonen erzeugt die Lampe pro eingesetzter Wattsekunde (Joule) Strom? | • Alte NDL/HPS-Lampen: 1,3–1,7 µmol/J (viel Abwärme) • Moderne Vollspektrum-LEDs: 2,5–3,1 µmol/J (nahezu doppelte Lichtausbeute pro Watt!)[3] |
2. Warum gibt es Indoor Blau, Rot & Violett („Blurple“) – während Outdoor „nur“ die Sonne scheint?

Eine der klügsten Fragen im gesamten Anbau lautet: „Warum diskutieren Indoor-Grower über blaue Anzuchtlampen, rote Blütelampen oder violette LED-Panels, wenn draußen in der Natur das ganze Jahr über dieselbe Sonne scheint?“ Die Antwort besteht aus zwei Teilen – einem faszinierenden Blick in die Natur und einem Blick in die Technikgeschichte:[2][3][4]
2.1 Die Sonne ist kein statisches Licht: Wie sich das Sonnenspektrum mit Tages- und Jahreszeit verändert
Nach Flos Leitsatz „Kapier die Natur, dann kopier die Natur“ lohnt sich ein genauer Blick an den Himmel: Das Licht der Sonne enthält zwar immer das volle, lückenlose Kontinuum aller Farben (von UV über Blau, Grün und Gelb bis zu Rot und Infrarot), aber auf dem Weg durch die Erdatmosphäre verändert sich dieses Spektrum je nach Sonnenstandswinkel massiv (physikalisch durch die Rayleigh-Streuung an Luftmolekülen und die Weglänge durch die Atmosphäre, Air Mass):[3][4]
- Frühling & Hochsommer (hoher Sonnenstand zu Mittag – Wachstumsphase der Pflanze): Die Sonnenstrahlen fallen steil und auf kürzestem Weg durch die Atmosphäre. Das Sonnenlicht am Boden ist jetzt besonders reich an energiereichem blauem Licht (400–500 nm) und UV-A/UV-B-Strahlung. Über die pflanzlichen Blaulicht-Rezeptoren (Cryptochrome und Phototropine) bremst dieses blaureiche Licht das Streckungshormon Auxin: Die Pflanze bleibt gedrungen, bildet kurze Internodien, dicke, widerstandsfähige Laubblätter, kräftige Stängel und ein starkes Wurzelsystem.[3]
- Spätsommer & Herbst sowie Morgen-/Abenddämmerung (flacher Sonnenstand – Blüte- & Reifephase): Im Spätsommer und Herbst steht die Sonne deutlich tiefer am Horizont; das Licht muss einen viel längeren Weg durch die Atmosphäre zurücklegen. Dabei wird das kurzwellige blaue Licht stärker zur Seite gestreut, während rotes (600–700 nm) und dunkelrotes Licht (Far-Red, 700–750 nm) ungehindert durchdringen. Gleichzeitig werden die Tage kürzer. Das veränderte Verhältnis von Rot zu Dunkelrot (R:FR-Ratio) kippt das Phytochrom-System ($P_{ ext{r}} \leftrightarrow P_{ ext{fr}}$) der Pflanze und signalisiert ihr zusammen mit den längeren Nächten: „Der Herbst kommt – streck dich (Blüte-Stretch) und bilde schnell reife Blütenstände und Harz!“[3][4]
2.2 Warum man Indoor früher blau/rot/violett („Blurple“) baute – und warum grünes Licht unverzichtbar ist
Als Menschen begannen, Pflanzen in Innenräumen unter Kunstlicht anzubauen, konnten frühe Lampen das komplexe Sonnenspektrum technisch noch nicht in einer einzigen Lichtquelle nachbilden:[2][3]
- Die Ära der Gasentladungslampen (MH für Vegi, NDL/HPS für Blüte): Klassische Metallhalogenid-Lampen (MH) leuchteten kaltweiß-bläulich (gut für kompaktes vegetatives Wachstum, aber schwach im roten Blütespektrum), während Natriumdampf-Hochdrucklampen (NDL / HPS) ein grell gelb-orangerotes Licht abgaben (stark für die Blüte, führte in der Vegi aber zu spargelnden, langgestreckten Pflanzen). Deshalb mussten Grower früher tatsächlich die Glühbirne zwischen Wuchs und Blüte wechseln!
- Der „Blurple“-Irrtum der 1. LED-Generation (Violettes Licht aus Blau + Rot): Als um 2008–2015 die ersten LED-Pflanzenlampen aufkamen, schauten Hersteller nur auf die Absorptionskurve von isoliertem Chlorophyll im Reagenzglas (das zwei schmale Peaks bei ~450 nm Blau und ~660 nm Rot zeigt). Man baute deshalb Lampen, die fast nur aus blauen und roten Einzel-LEDs bestanden – was gemischt dieses typische, unnatürliche Lila/Magenta („Blurple“) ergab.
- Warum die Wissenschaft den „Blurple“-Mythos widerlegt hat (Die Kraft des grünen Lichts!): In einer bahnbrechenden Arbeit wiesen Terashima et al. (2009, Plant and Cell Physiology) sowie Bruce Bugbee (2016) nach, dass ein echtes, lebendiges Pflanzenblatt völlig anders funktioniert als ein Reagenzglas:[2][3] gut belegt
- Ein intaktes Cannabisblatt reflektiert nur 10–15 % des grünen Lichts – volle 70 bis 85 % der grünen Photonen (500–600 nm) werden im Blatt durch Mehrfachstreuung („Detour-Effekt“) absorbiert und für die Photosynthese genutzt![2][3]
- Tiefenwirkung: Blaues und rotes Licht werden bereits in den obersten Chloroplastenschichten der obersten Sonnensegel fast komplett verschluckt. Grünes Licht dringt dagegen tief in die unteren Zellschichten des Blattes UND tief durch das Blätterdach zu den mittleren und unteren Blättern vor – bei starker Beleuchtung treibt grünes Licht die Photosynthese im gesamten Blätterdach sogar effizienter an als reines rotes Licht![2]
- Gesundheits-Check für den Grower: Unter violettem „Blurple“-Licht sehen alle Blätter schwarz-grau aus – man übersieht beginnende Nährstoffmängel (Chlorosen) oder Schädlinge oft wochenlang!
- Der heutige Goldstandard – Moderne Vollspektrum-LEDs (Natur kopiert!): Moderne Hochleistungs-LEDs kombinieren warm- und kaltweiße Vollspektrum-Dioden (die wie die Sonne viel Blau, Grün und Gelb-Rot liefern) mit zusätzlichen 660-nm-Tiefrot-Dioden und oft einem kleinen Anteil 730 nm Far-Red (Emerson-Verstärkungseffekt).[3][4] Damit hat man heute das echte Vorbild der Sonne in einer einzigen Lampe und steuert den Übergang von Frühling zu Herbst einfach über den Dimmer (PPFD) und die Zeitschaltuhr!
3. Bringt Licht von unten (Under-Canopy / Sub-Canopy Lighting) wirklich etwas – oder ist Skepsis berechtigt?

In den letzten Jahren werben Lampenhersteller verstärkt mit sogenannten Under-Canopy-LED-Leisten, die auf den Topfrand gelegt werden und direkt von unten nach oben gegen die Blattunterseiten strahlen. Viele erfahrene Grower – darunter auch Flo – sind bei diesem Trend sofort skeptisch. Schauen wir uns an, was die Blattanatomie und wissenschaftliche Studien dazu sagen:[2][6]
3.1 Blattanatomie: Warum ein Cannabisblatt ein klares „Oben“ und „Unten“ hat (Bifaziales Laubblatt)
Wer dem Grundsatz „Kapier die Natur, dann kopier die Natur“ folgt, erkennt sofort: In Millionen Jahren Evolution schien die Sonne noch nie aus dem Erdboden heraus nach oben! Deshalb ist das Laubblatt von Cannabis sativa anatomisch streng zweigeteilt (dorsiventrales / bifaziales Blatt):[2]
- Die Blattoberseite (Adaxialseite – das Solardach): Oben schützt eine wachsartige Kutikula und eine lückenlose obere Epidermis (fast ohne Spaltöffnungen) das Blatt vor Austrocknung. Direkt darunter liegt das Palisadenparenchym: dicht an dicht stehende, säulenförmige Zellen, die prall mit Chloroplasten gefüllt sind. Diese Säulenzellen wirken optisch wie Lichtleiter (Glasfasern), die von oben einfallendes Licht bündeln und tief ins Blatt leiten.[2]
- Die Blattunterseite (Abaxialseite – die empfindliche Lunge der Pflanze): Auf der schattigen Unterseite liegt das lockere Schwammparenchym mit großen Lufträumen (Interzellularen) für den Gasaustausch – und genau hier auf der Blattunterseite sitzen fast alle Spaltöffnungen (Stomata)! Die Natur hat die Spaltöffnungen bewusst auf die schattige, kühlere Unterseite verlegt, damit die Pflanze CO2 einatmen kann, ohne in der prallen Sonne zu vertrocknen.
- Was passiert, wenn man starkes Licht & Abwärme direkt von unten auf die Blattunterseite richtet?
- Strahlung und Wärme treffen direkt auf die ungeschützten Stomata der Blattunterseite, erhöhen dort lokal das Dampfdruckdefizit (VPD) und können dazu führen, dass die Pflanze ihre Spaltöffnungen zum Schutz vor Wasserverlust schließt – womit die CO2-Aufnahme und Photosynthese ausgebremst werden!
- Da dem Schwammparenchym auf der Unterseite die lichtleitenden Palisadenzellen fehlen, hat starkes Licht auf die Blattunterseite eine geringere Quanteneffizienz und löst dort schneller Lichtstress (Photoinhibition) sowie unnatürliches Verdrehen der Blätter aus.[2]
3.2 Was sagen Studien (Hawley et al. 2018) – und warum ist Flos Skepsis im Homegrow voll berechtigt?
Woher der Trend in industriellen Großanlagen stammt
- In einer Studie von Hawley et al. (2018, HortScience) wurde Zusatzbeleuchtung im unteren Bestandsbereich (Sub-Canopy Lighting) an dicht stehenden, unbeschnittenen Pflanzen getestet. Weil in solchen riesigen Industriehallen ohne manuelles Training im unteren Drittel fast völlige Dunkelheit herrscht, konnten die unteren „Popcorn-Buds“ durch das Zusatzlicht etwas kompakter abreifen (ca. 5–13 % mehr Gesamtertrag) – allerdings erkauft durch deutlich höheren Stromverbrauch, zusätzliche Abwärme im Wurzelraum und hohe Anschaffungskosten.[6]
Warum „Licht von unten“ im gepflegten Homegrow (1–3 Pflanzen) überflüssig ist
- 1. Flaches Blätterdach statt dunklem Urwald: Wer seine 1 bis 3 Pflanzen (gemäß § 9 KCanG) mit Topping, LST oder einem ScrOG-Gitter (bzw. Flos Halber-Topf-Methode) auf eine gemeinsame Ebene trainiert, hat überhaupt keine 1,50 m tiefen Schatten-Etagen – alle Haupt-Colas liegen oben im optimalen PPFD-Korridor![5]
- 2. Lollipopping kostet 0 Watt Strom: Entfernt man die beschatteten Mini-Ansätze im untersten Drittel (Lollipopping), pumpt die Pflanze 100 % ihrer Wurzelkraft und Kohlenhydrate in die oberen Hauptblüten, deren Blätter das Licht anatomisch richtig von oben über ihr Palisadenparenchym aufnehmen.
- 3. Risiko am Topfrand: Elektrische Lampenleisten direkt zwischen feuchten Töpfen, Gießwasser, Wurmtee und Brennnesseljauche sind im Alltag eine Schmutz- und Gefahrenquelle und heizen das Substrat unnötig auf.
Flos Erfahrung & die 3 Tiger: „Kapier die Natur, dann kopier die Natur“
Als ich zum ersten Mal gesehen habe, dass sich Leute Lampen unten auf die Töpfe legen, um die Blätter von unten anzustrahlen, musste ich sofort an meinen Leitspruch denken: „Kapier die Natur, dann kopier die Natur!“
Frag dich einfach mal selbst: Scheint in der Natur jemals die Sonne aus der Erde nach oben? Natürlich nicht! Ein Blatt hat seine „Solarzellen“ (das Palisadengewebe) auf der Oberseite und seine empfindlichen Atemöffnungen (die Stomata) im kühlen Schatten auf der Unterseite. Wenn ich morgens kurz nachdem meine Vollspektrum-LEDs angehen mit meiner Gießkanne (mit gutem Wasser, Wurmsaft oder verdünnter Brennnesseljauche) meinen täglichen Kontrollgang mache, öffnen sich genau diese Spaltöffnungen auf der Blattunterseite, um zu atmen – das Letzte, was sie dort unten brauchen, ist eine heiße Lampe, die ihnen ins Gesicht brennt!
Statt Strom für Lampen am Topfboden zu verschwenden, nutze ich lieber meine Halber-Topf + Topping + Adventivwurzel-Methode in meinem luftigen Substrat-Mix (Erde, Wurmhumus, Sand, Seramis & Living Soil): Unten im dunklen Topf arbeiten zwei Stockwerke kräftiger Wurzeln, das untere Drittel wird sauber ausgeputzt, und oben stehen 8 gleich hohe Haupt-Colas im vollen Licht von oben.
Und wer das beste Spektrum der Welt live erleben will, muss ohnehin nur meine drei Maine-Coon-Tiger Cookie, Haze und Runtz beobachten: Sobald ein echter Sonnenstrahl ins Zimmer fällt, liegt Kater Runtz garantiert als Erster mitten im warmen Lichtfleck und hält sein Nickerchen – 100 % Vollspektrum, 0 Watt Stromverbrauch! 🐾
Mein persönlicher Lampen-Favorit aus der Praxis: Ich habe über die Jahre wirklich schon eine Menge verschiedener Lampen selbst ausprobiert, aber mein persönlicher Favorit ist SANlight. Ich habe selbst fast alle Serien im Einsatz gehabt – von der klassischen 30-Watt-Einzellampe (wie der M30 / FLEX / Stixx) bis hin zur Q-Serie und der EVO-Linie – und kann jede einzelne davon aus eigener Erfahrung mit reinem Gewissen weiterempfehlen. Warum? Weil dort statt lauter Marketing-Gimmicks echte Photobiologie, Zuverlässigkeit, ein natürliches breitbandiges Vollspektrum nach dem Vorbild der Sonne und saubere Sekundäroptiken im Mittelpunkt stehen, die das Licht genau von oben tief und gleichmäßig ins Blätterdach lenken.
Hinweis: Persönliche Erfahrungen sind subjektiv, unbezahlt und stellen keine Werbung oder Kaufempfehlung dar (§ 6 KCanG).
Quellen
Alle Links zuletzt geprüft am 22.10.2026.
- McCree KJ (1972): The action spectrum, absorptance and quantum yield of photosynthesis in crop plants. Agricultural Meteorology 9:191–216. doi:10.1016/0002-1571(71)90022-7 experimentelle Studie
- Terashima I, Fujita T, Inoue T, Chow WS, Oguchi R (2009): Green Light Drives Leaf Photosynthesis More Efficiently than Red Light in Strong White Light: Revisiting the Enigmatic Question of Why Leaves are Green. Plant and Cell Physiology 50(4):684–697. doi:10.1093/pcp/pcp034 experimentelle Studie
- Bugbee B (2016): Toward an optimal spectral quality for plant growth and development: the importance of radiation capture. Acta Horticulturae 1134:1–12. doi:10.17660/ActaHortic.2016.1134.1 Übersichtsarbeit
- Zhen S, Bugbee B (2020): Far-red photons have equivalent efficiency to traditional photosynthetic photons: Implications for redefining photosynthetically active radiation. Plant, Cell & Environment 43(5):1259–1272. doi:10.1111/pce.13730 experimentelle Studie
- Rodriguez-Morrison V, Llewellyn D, Zheng Y (2021): Cannabis Yield, Potency, and Leaf Photosynthesis Respond Differently to Increasing Light Levels in an Indoor Environment. Frontiers in Plant Science 12:646020. doi:10.3389/fpls.2021.646020 experimentelle Studie
- Hawley D, Graham T, Stasiak M, Dixon M (2018): Improving Cannabis Bud Quality and Yield with Sub-Canopy Lighting. HortScience 53(11):1593–1599. doi:10.21273/HORTSCI13173-18 experimentelle Studie
- Chandra S, Lata H, Khan IA, ElSohly MA (2008): Photosynthetic response of Cannabis sativa L. to variations in photosynthetic photon flux densities, temperature and CO₂ conditions. Physiologia Plantarum 134(4):576–584. doi:10.1111/j.1399-3054.2008.01160.x experimentelle Studie