Sorten-Katalog & Kategorisierung: Von historischen Meilensteinen bis zu modernen Linien (Haze, Cookie, Runtz & Co.)

Tausende Sortennamen kursieren heute im Netz – von alten Gebirgs- und Tropen-Landrassen über die großen Meilensteine der 1970er bis 1990er Jahre bis hin zu modernen Haze-, Cookie-, Runtz- und Kush-Linien. Damit man in diesem Dschungel den Überblick behält, habe ich hier die wichtigsten Sorten gesammelt und nach klaren, fachlich nachvollziehbaren Kriterien kategorisiert – inklusive der Sorten aus meinen eigenen Grows und den Namensgebern meiner drei Tiger Haze, Cookie und Runtz. 🐾
Hinweis zu Neutralität & Gesundheit (§ 6 KCanG): Dieser Katalog dient ausschließlich der botanischen, historischen und züchterischen Dokumentation für Erwachsene (18+). Historische Züchter und Herkünfte werden rein enzyklopädisch genannt – es gibt keine Werbung, kein Sponsoring und keine Kauflinks.[10] Es werden keine Heilungsversprechen gemacht; Angaben zu Aromen und Inhaltsstoffen ersetzen keine medizinische Beratung.
1. Warum wir Sorten mehrdimensional kategorisieren müssen
Wenn man Cannabis-Sorten sinnvoll ordnen will, reicht die übliche Dreiteilung in „Sativa, Indica und Hybrid“ nicht aus. Wie der Evolutionsbiologe und Taxonom John McPartland sowie ethnobotanische Standardwerke von Robert C. Clarke, Mark D. Merlin und Ernest Small zeigen, vermischt der Alltagsgebrauch völlig verschiedene Ebenen:[1][2][8]
- Abstammung & Zuchtgeschichte: Handelt es sich um eine lokal gewachsene Landrasse, einen frühen Fundament-Hybriden der 1970er–1990er Jahre oder einen modernen Polyhybriden?
- Wuchsform (Morphologie): Wächst die Pflanze gedrungen, breitblättrig und früh reifend (BLD = Broad-Leaf Drug, umgangssprachlich „Indica“) oder hoch, schmalblättrig und spät reifend (NLD = Narrow-Leaf Drug, umgangssprachlich „Sativa“)?[1][2]
- Chemotyp & Terpenprofil („Chemovar“): Welches Verhältnis von THC, CBD und CBG bildet die Pflanze genetisch (Chemotyp I–V nach Small & Beckstead 1973 sowie de Meijer et al. 2003)[5][7] – und welche Terpene (z. B. Myrcen, Limonen, β-Caryophyllen, Terpinolen) bzw. flüchtigen Schwefelverbindungen bestimmen das Aroma?[4][6][9]
- Samentyp & Vermehrungsform: Wird die Linie als regulärer Samen, feminisierter Samen, tageslängen-unabhängige Autoflower, F1-Hybride oder ausschließlich als vegetativer Steckling („Clone-only“) weitergegeben?[11]
2. Gleicher Name, andere Pflanze? Was Studien zu Sortennamen zeigen
Gut belegt
- Kein Sortenschutz im informellen Markt: Anders als bei Weinreben, Äpfeln oder Kartoffeln entstanden die meisten Cannabis-Sortennamen im Untergrund ohne amtliches Sortenregister. Jeder Züchter kann eine Kreuzung „OG Kush“ oder „White Widow“ nennen.[3][8]
- Genetische Abweichungen trotz gleichem Etikett: Sawler et al. (2015) sowie Schwabe & McGlaughlin (2019) wiesen per DNA-Analyse nach, dass Proben mit identischem Sortennamen aus verschiedenen Quellen oft genetisch erheblich voneinander abweichen.[3][12]
- Terpene prägen die Wahrnehmung einer „Sorte“: Watts et al. (2021, Nature Plants) und Smith et al. (2022, PLoS ONE) zeigten an großen Stichproben, dass sich hinter bekannten Sortenfamilien dennoch wiederkehrende Terpen-Cluster finden – etwa Terpinolen-dominante Profile bei vielen Haze-, Durban- und Jack-Herer-Linien gegenüber Myrcen-/Limonen-/Caryophyllen-Clustern bei Kush- und Cookie-Linien.[4][6]
Was das für unser Wiki bedeutet
- Wenn wir hier eine Sorte beschreiben, dokumentieren wir den historisch überlieferten Stammbaum und den typischen Phänotyp / Chemotyp.
- Einzelne Samenpackungen oder Phänotypen können in Wuchshöhe, Blütedauer und Duft immer variieren – deshalb trennen wir konsequent zwischen belegter Literatur, Züchterangabe und eigener Beobachtung im Grow.
3. Kategorie A: Ursprüngliche Landrassen nach Weltregion (Kurzüberblick)
Am Anfang jeder modernen Sorte stehen die Landrassen: traditionelle Populationen, die über Jahrhunderte in bestimmten Regionen durch Bäuerinnen, Bauern und lokale Umweltbedingungen geformt wurden.[1][2] Alle 21 Haupt-Landrassen habe ich ausführlich im eigenen Artikel Ursprüngliche Landrassen nach Weltregion porträtiert. Hier ist die Kurzübersicht nach den fünf großen geografischen Gruppen:
| Weltregion | Typische Wuchsform | Wichtige dokumentierte Landrassen | Bedeutung für spätere Sorten |
|---|---|---|---|
| 1. Zentral- & Südasien Afghanistan, Pakistan, Kaschmir, Südindien |
Gebirge: BLD (kompakt, breitblättrig, 7–9 Wo.) · Südindien: NLD (11–14 Wo.)[1][2] | Hindu Kush, Afghanica (Mazar-i-Sharif / Balkh), Pakistani Chitral Kush (PCK), Kashmiri, Kerala / Idukki Gold | Lieferten kurze Blütezeit, kompakten Indoor-Wuchs, dichten Harzbesatz und Anthocyan-Farben (PCK) für Skunk #1, Northern Lights, Blueberry und Kush-Linien. |
| 2. Südostasien Thailand, Kambodscha, Vietnam, Sumatra |
Tropisch NLD (hoch, schmale Blätter, 12–16+ Wo. Blüte)[1] | Thai (Squirrel Tail / Chocolate Thai / Highland Thai), Cambodian, Vietnamese Black, Aceh (Sumatra) | Grundstein für Original Haze, Blueberry (über Highland & Chocolate Thai), AK-47 und moderne Zitrus-/Kakao-/Gewürz-Profile. |
| 3. Afrika Südafrika, Malawi, Tansania/Kenia |
Subtropisch bis äquatorial NLD (8–14 Wo. Blüte)[1][8] | Durban Poison, Malawi Gold, Kilimanjaro, Rooibaard, KwaZulu | Durban Poison brachte schnelle NLD-Reife, Terpinolen-Aroma und teils THCV in moderne Hybride wie Girl Scout Cookies (GSC) ein.[6] |
| 4. Mittel- & Südamerika / Karibik Mexiko, Kolumbien, Panama, Jamaika |
Hochland- & Tropen-NLD (10–15 Wo. Blüte)[1][8] | Acapulco Gold, Oaxaca (Highland Mexican), Colombian Gold (Santa Marta), Punto Rojo, Panama Red, Lamb's Bread (Jamaika) | Acapulco Gold & Colombian Gold bilden 2/3 von Skunk #1; kolumbianische und mexikanische Hochlandlinien prägten Original Haze. |
| 5. Nordasien & Osteuropa Wolga, Südrussland, Zentralasien, Sibirien |
Wild-/Ruderalform (30–100 cm, wenige Zweige, 8–11 Wo. Gesamtzyklus)[2][11] | Sibirische & osteuropäische Cannabis ruderalis (Janischewsky 1924) | Träger der CsPRR37-Mutation für tageslängen-unabhängige Blüte – das genetische Fundament aller Autoflower-Sorten.[11] |
→ Ausführlicher Artikel mit allen 21 Einzelporträts: Ursprüngliche Landrassen nach Weltregion: Von Hindukusch & Thai bis Durban & Acapulco.
4. Kategorie B: Historische Meilenstein-Sorten & Fundament-Hybride (1970er–1990er)
Ab den 1970er Jahren begannen Züchter in Kalifornien, im Pazifischen Nordwesten der USA und ab den 1980ern in den Niederlanden, hochwachsende tropische NLD-Landrassen (aus Kolumbien, Mexiko, Thailand und Südindien) mit kompakten, früh reifenden BLD-Pflanzen aus Afghanistan und Pakistan zu kreuzen.[1][8] Aus diesen Pionierarbeiten entstanden zwölf historische Fundament-Sorten, die in den Stammbäumen von über 90 % aller heutigen Hybride auftauchen:
| Sorte (Ära) | Überlieferte Genetik / Herkunft | Wuchs & Blütefenster | Typische Terpene & Aroma | Chemotyp & historische Rolle |
|---|---|---|---|---|
| Skunk #1 1970er (Kalifornien) / 1980er (NL) |
Afghanica × Acapulco Gold (Mexiko) × Colombian Gold[1][8] | Ausgewogener BLD/NLD-Hybrid, homogen, hohes Blüten-Blatt-Verhältnis · 8–9 Wo. | Myrcen, β-Caryophyllen, Limonen · süß-erdig, würzig, fruchtig | Typ I · Erste über viele Generationen stabilisierte Inzuchtlinie (IBL); Maßstab für Zuverlässigkeit im Indoor-Anbau. |
| Original Haze 1970er (Santa Cruz, USA) |
Reine NLD-Kreuzung: Colombian × Mexican × Thai × Südindien (Kerala)[1][8] | Ausgeprägt NLD, sehr starker Höhen-Stretch, lange schmale Colas · 12–16 Wo. | Terpinolen, β-Caryophyllen, α-Pinen, Limonen · Weihrauch, Zitrus, Zeder, Gewürze[4] | Typ I · Stammvater aller modernen Haze-Sorten (Jack Herer, Super Silver Haze, Amnesia Haze, Super Lemon Haze). |
| G13 ca. 1984–1987 (USA → NL) |
Rein weiblicher Afghanica-/BLD-Steckling (Clone-only); ab 1987 von Neville Schoenmakers als F1 mit Hash Plant × NL#1, Skunk #1, NL#2 & Haze gekreuzt | Extrem kompakt BLD, kurze Internodien, sehr hohe Harzdichte & Hybridwüchsigkeit · 8–9 Wo. (Indica-F1) | Myrcen, β-Caryophyllen, Limonen, α-Pinen · tief erdig, Kiefernharz, würziger Haschisch-Ton | Typ I · Ur-Mutterklon starb um 1990 aus; Genetik lebt zu 50 % in 1987/88er F1-Linien (Mr. Nice G13 × HP, G13 × Skunk, G13 Haze) weiter → Akte G13. |
| Northern Lights (#1 / #5) späte 1970er (USA) / 1985 (NL) |
Afghanica-Inzuchtlinie mit thailändischem NLD-Anteil[8] | Kompakt BLD-dominant, sehr dichte harzige Knospen, geringer Stretch · 7–8 Wo. | Myrcen, β-Caryophyllen, α-Pinen · Kiefernnadeln, süßlich-erdig, Wacholder | Typ I · Zusammen mit Skunk #1 und Haze der dritte Grundpfeiler der klassischen europäischen Zucht. |
| Blueberry späte 1970er–1980er (DJ Short, USA) |
Highland Thai × Purple Thai (Oaxaca Gold × Chocolate Thai) × Afghanica[8] | Kompakt bis mittelhoch, bildet bei kühleren Nächten oft rote bis tiefblaue Anthocyane · 8–9 Wo. | Myrcen, α-Pinen, β-Caryophyllen, Linalool + fruchtige Ester · Heidelbeere, Waldboden, süß | Typ I · Klassiker für Beerenduft; Elternteil von Blue Dream. Auch in Flos Grow (Okt. 2026) dokumentiert. |
| White Widow 1994 (Niederlande) |
Brasilianische Sativa-Landrasse (Manga Rosa) × Südindische Hybride[8] | Mittelgroßer Hybrid, extrem dichter, weiß glitzernder Trichom-Pelz · 8–9 Wo. | Myrcen, β-Caryophyllen, α-Pinen · harzig, weißer Pfeffer, Kiefer, leicht floral | Typ I · Prägte in den 1990ern die „White“-Familie und den Fokus auf maximale Trichomdichte. |
| AK-47 1992 (Niederlande) |
Kolumbien × Mexiko × Thailand × Afghanistan[8] | Mittelhoch, kräftig verzweigt, kompakte harzige Blütenstände · 8–9 Wo. | Myrcen, β-Caryophyllen, α-Pinen · säuerlich-erdig, Sandelholz, würzig-blumig | Typ I · Zeigt exemplarisch, wie drei tropische NLD-Linien durch Afghanica auf ~60 Blütetage verkürzt wurden. |
| Jack Herer Mitte 1990er (Niederlande) |
Haze × (Northern Lights #5 × Shiva Skunk)[6][8] | Mehrere Phänotypen (NLD- bis BLD-geprägt), deutlicher Stretch · 8–10 Wo. | Terpinolen, β-Caryophyllen, α-Pinen · Kiefernharz, Pfeffer, Zitrus, Weihrauch[4][6] | Typ I · In US-Handelsstudien einer der klarsten Vertreter des Terpinolen-dominierten Chemovar-Clusters.[6] |
| Super Silver Haze (SSH) späte 1990er (Niederlande) |
Skunk #1 × Northern Lights #5 × Haze[8] | NLD-dominanter Hybrid, längere Internodien, ideal für ScrOG · 9–11 Wo. | Myrcen, β-Caryophyllen, Terpinolen, Limonen · Zitrus, Weihrauch, grüner Apfel, Gewürze | Typ I · Vereint die drei großen Basislinien der 1980er; direkter Elternteil von Super Lemon Haze. |
| Cheese (UK Cheese) 1988/1989 (Großbritannien) |
Klon-Selektion eines ungewöhnlich geruchsintensiven Skunk-#1-Phänotyps (Exodus-Linie)[8] | Buschig, lange biegsame Seitentriebe, braucht Stützung & guten Aktivkohlefilter · 8–9 Wo. | β-Caryophyllen, Myrcen, Limonen + flüchtige Fettsäuren/Ester · pikant-käsig, erdig, Skunk | Typ I · Berühmtes Beispiel für Phänotyp-Selektion und Erhaltung über Stecklinge. |
| Chemdawg (Chem 91 / Chem D) ab 1991 (USA) |
US-Stecklingslinien aus 1991er Samenfunden (Abstammung nicht lückenlos dokumentiert)[8] | Mittelhoch, kräftiges Blattwerk, dichte schwere Blütenkelche · 9–10 Wo. | β-Caryophyllen, Myrcen, Limonen + Prenylthiole[9] · stechend „Diesel/Fuel“, Kiefer, Zitrone | Typ I · Genetische Ur-Mutter von Sour Diesel, OG Kush und Gorilla Glue #4. |
| Sour Diesel (ECSD) 1990er (US-Ostküste) |
Chemdawg 91 × Super Skunk / Northern Lights[8] | NLD-geprägter Hybrid, kräftiger Stretch in den ersten 3 Blütewochen · 10–11 Wo. | β-Caryophyllen, Limonen, Myrcen + Prenylthiole[9] · saure Zitrone, Treibstoff, Kräuter | Typ I · Kult-Linie der US-Ostküste; prägte zusammen mit Chemdawg das „Sour/Gas“-Aromasegment. |
| OG Kush Mitte 1990er (Florida / Kalifornien) |
Wahrscheinlich Chemdawg × (Lemon Thai × Pakistani/Hindu Kush)[8] | Starker Stretch, dünnere Zweige mit extrem festen, golfballartigen Blütenknoten · 8–9 Wo. | Myrcen, Limonen, β-Caryophyllen · Kiefer, Zitronenreiniger, feuchte Erde, „Fuel“[6] | Typ I · Fundament der modernen US-Westküsten-Genetik (Girl Scout Cookies, Gelato, Wedding Cake). |
Lange dachte man, dass ausschließlich Terpene für den typischen „Skunk“- oder „Gas/Diesel“-Geruch mancher Sorten verantwortlich sind. 2021 wies ein Forschungsteam um Iain Oswald (ACS Omega) nach, dass flüchtige organische Schwefelverbindungen (Prenylthiole) – vor allem 3-Methyl-2-buten-1-thiol (321MBT) – schon in winzigsten Spuren diesen stechenden „Skunk/Fuel“-Charakter erzeugen, besonders in Chemdawg-, OG-Kush- und Skunk-Abkömmlingen.[9] gut belegt
5. Kategorie C: Moderne Klassiker & Kult-Linien (inkl. Haze, Cookie & Runtz 🐾)
Ab den 2000er und 2010er Jahren verschob sich der Schwerpunkt der Züchtung stark in Richtung komplexer Aromaprofile: Zitrus-Weihrauch-Noten bei modernen Haze-Linien, süß-cremige Gebäck- und Dessert-Noten bei der Cookie- & Gelato-Familie sowie intensiv fruchtige Bonbon-Ester bei Runtz- & Z-Linien. Genau diese drei Linien sind auch die Namensgeber meiner drei Maine Coons Haze, Cookie und Runtz! 🐾
Aus Flos Grow: Moderne Linien von Mango Kush & Blueberry bis Grizzly Glue & Dos Si Dos 33
- Aus Flos Grow: Okt. 2026 – aktueller Run mit Mango Kush, Lemon Cherry Gelato, Rainbow Sherbet und Blueberry, fast fertig
- Aus Flos Grow: Okt. 2026 – Grizzly Glue
- Aus Flos Grow: Aug. 2025 – White Truffle (Top-Knospe), Red Hot Cookies und Dos Si Dos 33 mit viel Harz
- Aus Flos Grow: Aug. 2025 – White Truffle: bei dieser Pflanze hat sich jede Top-Knospe geteilt
C.1 Haze-Linien – und Tiger-Dame Haze 🐾
🐾Haze-Familie Amnesia Haze · Super Lemon Haze · G13 Haze · MC Cooki G13
Moderne Haze-Sorten kombinieren das unverwechselbare, von Terpinolen, Limonen und β-Caryophyllen geprägte Aroma der ursprünglichen 1970er-Haze mit verkürzter Blütezeit und kompakteren Blütenständen durch Einkreuzung von Skunk-, Northern-Lights-, Afghani- oder hawaiianischen Linien.[4][6]
- Amnesia Haze: Niederländischer Klassiker der 2000er Jahre aus südostasiatischen, jamaikanischen und afghanischen Vorfahren; 10–12 Wochen Blüte, kräftiger Stretch, intensives Limetten-Weihrauch-Zedern-Bukett (Chemotyp I).
- Super Lemon Haze (SLH): Kreuzung aus Lemon Skunk × Super Silver Haze; 9–10 Wochen Blüte, deutlich verzweigter Wuchs (sehr dankbar im ScrOG-Gitter), ausgeprägtes Zitronenschalen- und Grapefruit-Profil (Terpinolen, Limonen, β-Caryophyllen; Chemotyp I).
- G13 Haze & Flos eigene Kreuzung „MC Cooki G13“ (→ Akte G13: Mythos & Original-Genetik): G13 Haze verbindet die kompakte G13-Linie mit einer hawaiianischen Sativa/Haze. In Flos eigenem Grow entstand daraus die dokumentierte Kreuzung MC Cooki G13 (G13 Haze × Red Hot Cookies) mit einem tief violetten Phänotyp 1 und einem grün-orangen Phänotyp 2 (zu sehen in der Galerie: Aus Flos Grow).
Bezug zu unseren Tigern 🐾: Nach dieser traditionsreichen Sortenfamilie ist Flos fast 10-jährige schwarze Smoke-Maine-Coon Haze („Die Grande Dame“ mit Perlenkette und Ziehmutter der Bande) benannt.
C.2 Cookie- & Dessert-Linien – und Tiger-Kater Cookie 🐾
🐾Cookie- & Dessert-Familie Girl Scout Cookies (GSC) · Wedding Cake · Gelato · Dos Si Dos · Red Hot Cookies
Rund um das Jahr 2010 entstand in der San Francisco Bay Area mit Girl Scout Cookies (GSC) – einer Kreuzung aus OG Kush und einer Durban-Poison-Hybride (F1 Durb) – eine völlig neue Ära der Cannabis-Züchtung. Typisch ist ein Dominanz-Dreiklang aus β-Caryophyllen, Limonen und Linalool/Humulen, der an süßen Keks- und Kuchenteig, Vanille, Minze und dunkle Beeren erinnert, gepaart mit dichten, oft dunkelviolett überhauchten Blütenkelchen.[6]
- Girl Scout Cookies (GSC / Thin Mint / Forum Cut): 9–10 Wochen Blüte, mittelgroßer Wuchs, extrem harzreiche Kelche, süß-erdiges Teig- und Minz-Aroma (Chemotyp I).
- Wedding Cake (Triangle Mints #23) & LA Kush Cake: Triangle Kush × Animal Mints (8–9 Wochen Blüte); cremig-vanillig mit pfeffrigem Kush-Abgang. Die eng verwandte LA Kush Cake (Wedding Cake × Kush Mints) wurde von Flo im Oktober-2026-Run dokumentiert.
- Gelato (#33 / #41), Lemon Cherry Gelato & Rainbow Sherbet (RS11): Aus Sunset Sherbet × Thin Mint GSC hervorgegangen (8–9 Wochen Blüte). Bekannt für kräftige Anthocyan-Färbung und fruchtig-cremiges Aroma. Sowohl Lemon Cherry Gelato als auch Rainbow Sherbet sind Teil von Flos Grow-Dokumentation.
- Dos Si Dos (inkl. Dos Si Dos 33) & Red Hot Cookies: Dos Si Dos (GSC [OGKB] × Face Off OG, 8–9 Wochen) und Dos Si Dos 33 (× Gelato #33) verbinden Cookie-Süße mit klassischer OG-Kush-Struktur; beide Linien (Dos Si Dos 33 und Red Hot Cookies) wurden von Flo 2025 kultiviert und fotografiert.
Bezug zu unseren Tigern 🐾: Nach der Cookie-Familie ist Flos rot-creme getigerter, polydaktyler Maine-Coon-Kater Cookie („Die Neugiernase“ mit den Extra-Zehen) benannt.
C.3 Runtz- & Z-Linien – und Tiger-Kater Runtz 🐾
🐾Runtz- & Z-Familie Runtz (Zkittlez × Gelato) · White Runtz · Pink Runtz
Als um 2017 in Los Angeles die fruchtig-tropische Zkittlez (Grape Ape × Grapefruit) mit Gelato #33 gekreuzt wurde, entstand mit Runtz eine der prägendsten modernen Sortenlinien überhaupt. Charakteristisch ist das Zusammenspiel aus β-Caryophyllen, Limonen und Linalool mit flüchtigen Fruchtestern, die ein intensives tropisches Fruchtbonbon-Aroma erzeugen.[6]
- Runtz (Original Runtz): Zkittlez × Gelato #33; 8–9 Wochen Blüte, ausgewogener Wuchs, farbenfrohes Laub von Limettengrün bis Tiefviolett mit leuchtend orangen Narben (Chemotyp I; auch in Flos eigener Grow-Serie dokumentiert).
- White Runtz: Selektierter Phänotyp aus Zkittlez × Gelato mit besonders dichtem, schneeweiß wirkendem Trichom-Überzug und cremig-pfirsichartigem Duft (8–9 Wochen, Chemotyp I).
- Pink Runtz: Phänotyp/Selektion der Runtz-Linie mit rosa- bis purpurfarbenen Kelchspitzen und ausgeprägt süßem Beeren-/Grapefruit-Bukett (8–9 Wochen, Chemotyp I).
Bezug zu unseren Tigern 🐾: Unser entspannter grau-weißer Maine-Coon-Kater Runtz („Die Schlafmütze“ mit weißer Brust und kleinem Strohhut) trägt seinen Namen nach dieser Linie.
C.4 Kush-, Glue- & Frucht-Linien (inkl. Dokumentationen aus Flos Grows)
| Sorte | Genetischer Hintergrund | Wuchs & Blütezeit | Terpene & Aroma | Besonderheiten / Dokumentation |
|---|---|---|---|---|
| Mango Kush | Mango × Hindu Kush | BLD-dominant, buschig, mittelgroß · 8–9 Wo. | Myrcen, β-Caryophyllen, α-Pinen, Humulen · reife Mango, Kiefer, würziger Kush-Hintergrund | Chemotyp I · Dokumentiert in Flos Oktober-2026-Grow mit schöner Herbstfärbung. |
| Critical (Critical Mass) | Afghani × Skunk #1[8] | Kräftiger Hybrid mit sehr dichten, dicken Hauptblüten · 7–8 Wo. | Myrcen, β-Caryophyllen, Limonen · süß-zitronig, Skunk, holzig | Chemotyp I · Durch die hohe Kompaktheit der Colas in der Spätblüte besonders auf niedrige Luftfeuchte und Umluft gegen Botrytis achten.[13] |
| Gorilla Glue #4 (GG4 / Original Glue) & Grizzly Glue | Chem's Sister × Sour Dubb × Chocolate Diesel | Verzweigungsfreudig, kräftiger Stretch, hervorragend für ScrOG · 8–9 Wo. | β-Caryophyllen, Myrcen, Limonen, Humulen · Kiefer, erdig-sauer, Kakao, Diesel[6] | Chemotyp I · Bekannt für extrem dichten, klebrigen Harzbesatz; in Flos Grow als Grizzly Glue am Rankgitter dokumentiert. |
| Bruce Banner (#3) | OG Kush × Strawberry Diesel | Wuchskräftiger Hybrid mit großen, dichten Blütenständen · 9–10 Wo. | Myrcen, β-Caryophyllen, Limonen, Linalool · süße Beeren-Note auf herber OG-/Diesel-Basis[6] | Chemotyp I · Verbindet klassische Kush-/Diesel-Linien mit fruchtiger Erdbeer-Genetik. |
| Blue Dream | Blueberry × Haze | NLD-geprägter, stark wachsender Hybrid · 9–10 Wo. | Myrcen, α-Pinen, Terpinolen, β-Caryophyllen · Heidelbeere, Kiefer, sanfter Haze-Weihrauch[6][12] | Chemotyp I · Einer der meistverbreiteten Brückenhybride zwischen BLD-Beerenlinie (Blueberry) und NLD-Haze. |
| White Truffle & weitere Sorten aus Flos Grow | White Truffle (Gorilla Butter F2 = Peanut Butter Breath × GG4) · sowie Eleven Roses, Tangerine Dream, Passion Fruits, Fruit Punch, Black Apple Hitchcock, Poison Envy | Moderne BLD/NLD-Hybride · 8–10 Wo. | Von erdig-nussig-würzig (White Truffle) bis zitrus-tropisch (Tangerine Dream, Passion Fruits) | Chemotyp I · Bei Flos White Truffle (Aug. 2025) teilte sich jede Top-Knospe von selbst in Doppelspitzen (siehe Mutanten & Besonderheiten). |
6. Kategorie D: Einordnung nach Chemotyp (Typ I–V), Wuchsform (BLD/NLD) & Samentyp
Für eine wissenschaftlich saubere Einordnung werden Cannabis-Pflanzen unabhängig von ihrem Handelsnamen nach ihrem chemischen Phänotyp (Chemotyp) eingeteilt. Dieses System geht auf Ernest Small und H. D. Beckstead (1973) zurück und wurde später durch Etienne de Meijer et al. (2003) sowie G. Mandolino und A. Carboni (2004) genetisch aufgeklärt:[5][7][8]
| Chemotyp | Cannabinoid-Verhältnis | Genetische Grundlage (de Meijer et al. 2003 / Mandolino & Carboni 2004) | Typische Vertreter |
|---|---|---|---|
| Chemotyp I THC-dominant |
Hoher THCA/THC-Gehalt, sehr niedriger CBDA/CBD-Gehalt (Verhältnis THC:CBD meist > 5:1 bis > 20:1) | Reinerbig (homozygot) für funktionelle THCA-Synthase[5] | Fast alle klassischen und modernen THC-Sorten (Skunk #1, Original Haze, OG Kush, GSC, Runtz, Gorilla Glue #4) sowie tropische NLD-Landrassen. |
| Chemotyp II THC/CBD-ausgewogen |
Sowohl THCA/THC als auch CBDA/CBD in deutlichen Mengen vorhanden (oft ca. 1:1 bis 1:2) | Mischerbig (heterozygot) für aktive THCA- und CBDA-Synthase[5] | Traditionelle Haschisch-Landrassen-Populationen (z. B. in Afghanistan, Pakistan, Marokko oder im Libanon, da im Saatgutpool beide Allele vorkommen) sowie gezielte 1:1-Hybride.[1][5] |
| Chemotyp III CBD-dominant |
Hoher CBDA/CBD-Gehalt, sehr geringer THCA/THC-Gehalt (< 0,3 % bis < 1 %) | Reinerbig (homozygot) für funktionelle CBDA-Synthase[5] | Europäischer Faser- und Nutzhanf (C. sativa subsp. sativa), Wildformen sowie gezüchtete reine CBD-Blütensorten. |
| Chemotyp IV CBG-dominant |
CBGA/CBG bleibt als Hauptcannabinoid erhalten; kaum THC oder CBD | Inaktivierende Mutation der nachgeschalteten Synthasen, sodass die gemeinsame Vorstufe CBGA akkumuliert[7] | Spezialisierte CBG-Kultivare (erstmals in französischen Faserhanf-Linien wie Santhica beschrieben). |
| Chemotyp V Cannabinoid-frei |
Nahezu keine Cannabinoide nachweisbar | Blockade bereits vor der Bildung von CBGA[7] | Spezielle Zuchtlinien für die reine Faser- und Agrarforschung. |
Ergänzend zum Chemotyp unterscheidet man bei jeder Sorte:
- Wuchsform (BLD vs. NLD): Bestimmt den Platzbedarf, den Höhen-Stretch nach der Umstellung auf 12/12 Stunden Licht und die Wahl der passenden Anbaumethode (z. B. LST oder ScrOG).
- Samentyp: Nahezu jede klassische oder moderne Linie wird heute in verschiedenen Vermehrungsformen angeboten – als reguläre Samen, feminisierte Photoperioden-Samen, durch Einkreuzung von C. ruderalis als Autoflower-Variante oder als F1-Hybride (mehr dazu unter Samentypen erklärt).[11]
7. Mein Sorten-Steckbrief: Nach diesem Schema dokumentiere ich jede Sorte
Damit einzelne Sortenporträts im Wiki vergleichbar und ehrlich bleiben, nutze ich für jede dokumentierte Sorte dasselbe Steckbrief-Raster:
- Name & Sortengruppe: Landrasse, historischer Meilenstein oder moderne Linie (z. B. Haze-, Cookie-, Runtz- oder Kush-Familie).
- Überlieferte Abstammung (Elternlinien): Klar getrennt nach dokumentierter Zuchtgeschichte vs. ungesicherter mündlicher Überlieferung.
- Wuchsform & Samentyp im Durchgang: BLD / NLD / Hybrid; Photoperiodisch (regulär/feminisiert) oder Autoflower; Verhalten im Stretch.
- Blütedauer: Herstellerangabe im Vergleich zur tatsächlich beobachteten Reifezeit (anhand der Trichomfärbung unter der Lupe).
- Aroma & Leit-Terpene: Sensorischer Eindruck (z. B. Zitrus, Kiefer, Beere, Gebäck, Diesel) und Einordnung in bekannte Terpen-Cluster.
- Anbau-Notizen & Besonderheiten: Reaktion auf Training (LST, Topping, ScrOG), Nährstoffbedarf, Schimmelanfälligkeit der Blütenstände und besondere Phänotypen.
Meine Erfahrung
Für mich ist das High beim Cannabis nur eine nette Nebensache – meine wahre Leidenschaft gilt der lebenden Pflanze, ihrer Wuchsstruktur und ihren Terpenen. Genau deshalb tragen auch meine drei Maine-Coon-Katzen die Namen dreier legendärer Sortenfamilien: Haze, Cookie und Runtz!
Wenn ich mehrere Sorten gleichzeitig im Zelt anbaue (wie Mango Kush, Lemon Cherry Gelato, Rainbow Sherbet und Blueberry oder meine eigene Kreuzung MC Cooki G13), achte ich vor allem darauf, Pflanzen mit ähnlichem Stretch und ähnlicher Blütedauer zu kombinieren, sie in meiner luftigen Eigenmischung (Erde, Wurmhumus, Sand, Seramis & Living Soil) jeden Morgen kurz nach dem Angehen der Lampen von Hand zu gießen und mit meiner Halber-Topf + Topping + Adventivwurzel-Methode auf eine gemeinsame Höhe zu bringen.
Hinweis: Persönliche Erfahrungen sind subjektiv und stellen keine Kauf- oder Konsumempfehlung dar.
Quellen
Alle Links zuletzt geprüft am 22.10.2026.
- Clarke RC, Merlin MD (2013): Cannabis: Evolution and Ethnobotany. University of California Press, Berkeley. doi:10.1525/9780520954571 Übersichtsarbeit
- McPartland JM (2018): Cannabis Systematics at the Levels of Family, Genus, and Species. Cannabis and Cannabinoid Research 3(1):203–212. doi:10.1089/can.2018.0039 Übersichtsarbeit
- Sawler J, Stout JM, Gardner KM et al. (2015): The Genetic Structure of Marijuana and Hemp. PLoS ONE 10(8):e0133292. doi:10.1371/journal.pone.0133292 genetische Studie
- Watts S, McElroy M, Migicovsky Z et al. (2021): Cannabis labelling is associated with genetic variation in terpene synthase genes. Nature Plants 7(10):1330–1334. doi:10.1038/s41477-021-01003-y genetische Studie
- de Meijer EPM, Bagatta M, Carboni A et al. (2003): The inheritance of chemical phenotype in Cannabis sativa L. Genetics 163(1):335–346. doi:10.1093/genetics/163.1.335 Kreuzungsstudie
- Smith CJ, Vergara D, Keegan B, Jikomes N (2022): The phytochemical diversity of commercial Cannabis in the United States. PLoS ONE 17(5):e0267498. doi:10.1371/journal.pone.0267498 Analyse von Handelsproben
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